Wir in der Presse

 

Quelle: Augsburger Allgemeine 08.07.2004 (AZ 155)

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeitungsartikel vom 13.03.2014:


Im Sozialkaufhaus gibt es sogar ein Designer-Sofa

Von Julia Nimführ

Mittlerweile kommen Kunden aus allen Schichten in den Bärenkeller
Eine Schrankwand, Eiche Massivholz ohne Makel – im Sozialkaufhaus an der Hirblinger Straße ist das nicht zu haben. Leiterin und Mitgründerin Elisa Queck lehnt es rundweg ab, eine solche Spende zum Weiterverkauf entgegenzunehmen. „Das wird ein Ladenhüter.“ Helle, kleine Möbel sind gefragt. Denn heute kommen längst nicht mehr nur sozial Bedürftige, um sich mit günstigen Möbeln einzudecken wie noch vor zehn Jahren. Eine bunte Mischung quer durch die Bevölkerung trifft sich dort, sagt Queck.
Damit räumt sie auch gleich mit einem häufigen Missverständnis auf. „Zu uns kann jeder kommen, unabhängig vom Verdienst und ohne Nachweise“, sagt sie. Am Anfang, bei der Gründung, sei das noch anders gewesen: Wer Anspruch auf sogenannte Sozialpauschalen hatte, suchte sich die Möbel aus, die Bezahlung lief über die Behörden.
Dann fiel die hier zugrunde liegende gesetzliche Regelung weg – und damit zunächst die Kunden. „Mit gratis Kaffee und Kuchen für jeden einzelnen Besucher und jeder Menge Werbung haben wir versucht, neue Interessenten zu locken“, erzählt Queck lachend. Vor allem über Mundpropaganda habe es sich dann eingespielt.

Kaffee und Kuchen gibt es heute nicht mehr – der Betrieb ist zu groß geworden. Doch das Projekt läuft immer noch vorwiegend über persönliche Empfehlungen. Von jungen Eltern über Studenten, Alleinstehenden bis zu Rentnern kommen Kunden auf der Suche nach Schnäppchen – oder auch Sammlerstücken. Dem gegenüber stehen zahlreiche Spenden, das Angebot sei in den letzten Jahren in bestimmten Bereichen gewachsen. Viele wollen bei Wohnungsauflösungen das gut erhaltene Sofa von Oma weitergeben. „Unser Platz ist begrenzt, ich muss auswählen und nehme daher nicht alles. Das Designer-Sofa hat da einfach Vorrang.“ Doch hat sie jetzt mehr Möglichkeiten: Für Küchen gibt es seit Neuestem eine Filiale in der Riedinger Straße.
Suchtkranke helfen beim Verkauf
Verkauft werden die Gegenstände von Menschen mit psychischen Problemen, insbesondere Suchtkranke – Queck möchte allen helfen, denen eine regelmäßige Arbeit gut tut. Wurden sie früher beispielsweise über Ein-Euro-Jobs an das Projekt vermittelt, so finden sie heute vor allem selbst den Weg zu Queck, sagt sie. Hunderte Mitarbeiter habe sie in den letzten Jahren auf diese Weise betreut.
Manche kommen nur für ein paar Tage, andere mehrere Wochen oder Monate. „Wir schauen von Fall zu Fall, wem wir helfen können – und für wen wir Arbeit haben.“ Vor diesem Hintergrund habe sie vor vier Jahren einen neuen Arbeitsplatz geschaffen – den Verkauf von Büchern über Amazon, damit es auch einen Schreibtischjob gibt für alle, die körperlich nicht fit genug für stundenlanges Stehen und Räumen sind. Queck freut sich über diesen Ausbau, der, wie alle Kosten, über die Verkaufserlöse finanziert wird. „Es zeigt uns: Der Laden läuft.“

Stefanie Riegel und Elisa Queck inmitten ihrer Schätze: Das Sozialkaufhaus im Bärenkeller ist eine Fundgrube für Kunden, die günstig Möbel oder Hausrat erwerben wollen